Sanierung und Umnutzung des ehemaligen Botschaftsgebäudes in der Grabbeallee

Das Gebäude in der Grabbeallee 36 - 40 hat eine außergewöhnliche Geschichte: Erbaut 1973 - 1975 als Sonderbau in Stahlbeton-Skelettbauweise, diente es viele Jahre als  australische Botschaft in der DDR und steht seit 2015 unter Denkmalschutz. Seit 2018 wird es zu einem humanistischen Bildungscampus mit Kita umgebaut – ein Projekt mit hohen technischen und denkmalpflegerischen Anforderungen. 
  • Foto von einem Gebäude © TORKRET
    Foto von einem Gebäude © TORKRET
  • Foto von einem Gebäude © TORKRET
    Foto von einem Gebäude © TORKRET
Ort
Berlin
Bauherr
Humanistischer Verband Berlin-Brandenburg KdöR (HDV)
Bauzeit
April 2023 - September 2025

Weg zum Auftrag: Von Untersuchungen bis zur Vergabe 

2020 begann unsere Zusammenarbeit mit dem HVD, als TORKRET mit ersten Fassadenuntersuchungen und Bauteilbeprobungen beauftragt wurde. Die Ergebnisse zeigten früh, dass eine denkmalgerechte Lösung für die Fassade sorgfältig vorbereitet werden musste. 

2022 folgte der nächste Schritt: Wir legten Musterflächen für die geplante  Fassadeninstandsetzung an. Diese dienten zur Abstimmung der geeigneten Sanierungstechnologie zwischen Bauherrn, Denkmalschutz und Fachplanern und bildeten die Grundlage für die spätere Ausschreibung. 

2023 wurden Ausschreibung und Vergabe abgeschlossen – TORKRET erhielt den Zuschlag für die umfassenden Instandsetzungsarbeiten

Foto einer Treppe von Innen © TORKRET

Arbeiten im Spannungsfeld von Bestand und Denkmalschutz

Schon zu Beginn der Ausführung zeigte sich, dass einige Bauteile stärker geschädigt waren  als erwartet. Gleichzeitig sollte möglichst viel Originalsubstanz erhalten bleiben. Dieser Anspruch prägte den gesamten Projektverlauf und erforderte eine besonders enge Abstimmung zwischen allen Beteiligten. 

Fassadeninstandsetzung: Denkmalschutz im Detail 

Die Waschbetonfassade mit weißem Carrara-Marmorsplitt war stellenweise durch  Abplatzungen und Hohllagen geschädigt. Aufbauend auf den Musterflächen von 2022 wurde eine denkmalgerechte Instandsetzungstechnik entwickelt und im Projekt umgesetzt. 

TORKRET führte folgende Arbeiten in enger Zusammenarbeit mit Materialherstellern, Planern, dem Bauherrn und der Denkmalschutzbehörde aus: 

• zweilagiger Spritzmörtelauftrag mit Weißzement 
• händisches Oberflächenfinish für eine originalnahe Optik 

Die hohe Ausführungsqualität ist insbesondere dem handwerklichen Können von Galip Sert, seinem Baustellenteam und dem gesamten TORKRET-Projektteam zu verdanken.

Brüstungselemente: Rekonstruktion statt Teilinstandsetzung

Ursprünglich war vorgesehen, die vorhandenen Brüstungselemente nur partiell zu sanieren. Aufgrund ihres schlechten Zustands und neuer statischer Anforderungen musste dieser Ansatz verworfen werden. 

Die Leistungen von TORKRET umfassten: 

  • Rückbau der alten Brüstungselemente 
  • Einbau von Stahlträgern zur sicheren Lastabtragung 
  • Herstellung und Montage originalgetreuer Brüstungsfertigteileken.

Instandsetzung der Außentreppe 

Auch zwei Außentreppen waren stark geschädigt und es wurden neue Winkelstufen nach historischem Vorbild im Fertigteilwerk gefertigt und anschließend vor Ort eingebaut. 


Anerkennung durch den Denkmalschutz

Die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten hat maßgeblich zum Erfolg dieses  komplexen Denkmalschutzprojektes beigetragen. Am 25. November 2025 wurde der Humanistische Verband Deutschlands für das Projekt Kita Grabbeallee 36-40 (ehemalige australische Botschaft in der DDR) mit dem Berliner Denkmalpreis 2025 ausgezeichnet. Die feierliche Übergabe der Ferdinand-von-Quast-Medaille als Berliner Denkmalpreis erfolgte im Bärensaal des Alten Stadthauses Berlin – eine besondere Anerkennung für die hervorragende Qualität der Sanierungsarbeiten. 

 
Berliner Denkmalpreis 2025 - Berlin.de
 
Kurzfilm Berliner Denkmalpreis 2025: Humanistischer Verband Berlin-Brandenburg